STOUT

Definition

Das Stout ist ein obergäriges Bier mit einer tief-schwarzen Farbe. Es ist ein äußerst beliebtes Bier in der Craftbeer-Szene. Sein Alkoholgehalt bewegt sich meist zwischen 8 und 12%. Während des Brauprozess hat es einen extrem malzigen Fokus. Die dadurch enstehende Malsüße wird anschließend mit einer leichten Hopfenbittere ausgeglichen. Der Hopfen spielt folglich im Brauprozess eine untergeordnete Rolle.

Der Brauprozess ist außerdem äußerst komplex. So werden für den Brauprozess spezielle bzw. ungewöhnlich Zutaten hinzugezogen wie Schokolade, Kaffeebohnen, Chilli und Röstmalze. Verwand ist das Stout mit dem Porter. Das Porter kann als die Vorstufe dessen angesehen werden. Geschichtlich gesehen wurde das es Anfang des 19. Jahrhundert als Spinnoff des Porter ins Leben gerufen.

Während des Genusses eines Stouts bemerkt man eine gewisse Balance. So ist im Antrunk eine malzige Süße dominant, die im Nachtrunk durch eine spürbare Bittere abgerundet wird. Der Schaum des Biers hat eine feinporige Beschaffenheit und hinterlässt einen cremigen Eindruck. 

Hier noch ein paar Fakten zusammengefasst:
 
  • Starkbier
  • hoher Alkoholgehalt (8-12%)
  • hohe Stammwürze
  • Balance im Geschmack
  • tiefschwarze Farbe

Geschichte

Der Ursprung des Namen liegt in dem Begriff „stout porter“, was so viel heißt wie „starkes Porter“. Eine alkoholreichere und kräftiger eingebraute Variante des allseits bekannten Porter.

Während der Industrialisierung im 18. Jahrhunderts wurde das Porter als das Bier der Arbeiterklasse bekannt. Was es letztendlich auch für eine lange Zeit blieb. Durch den Aufschwung von weitaus helleren Bieren erlangte das Porter das Stigma des Armer-Schlucker-Gesöffs. Kein Beteiligter der gehobenen Klasse konsumierte jenes Bier.

Dennoch gab es vermehrt Leute, die das Porter an sich mochten, jedoch nicht als armer Schlucker angesehen werden wollten. Die britischen Brauerein waren in Zugzwang und entwickelten den hochwertigeren Nachfolger. Auch wenn zur damaligen Zeit die identischen Brauprozesse eingesetzt wurden. Für das Porter, wie auch für dessen Nachfolger. Selbst die Vorgabe, dass für das Stout Bier geröstete Gerste statt Malz verwenden soll, wurde nicht immer nachgekommen.

Letztendlich bestand der einzige Unterschied im Brauprozess zwischen Porter und Stout, dass für desse Herstellung weitaus weniger Wasser verwendet wurde. Dadurch erhielt das es die Charakteristiken eines stärkeren und wertvolleren Bieres.

Besondere Arten des Stout

Innerhalb des Bierstils lässt sich das Stout nochmal in folgende Untergruppen unterscheiden:

  • Milk- / Sweet- / Cream Stout: der Name leitet sich aus der Verwendung von Lactose ab, die dem Brauprozess hinzugefügt wird. Dadurch erhält das Bier einen süßlichen bzw. cremigen Charakter.
  • Oyster Stout: Austern waren damals das Essen für arme Leute. Dazu getrunken hat man das Oyster Stout, welches eine eher leichte Ausprägung der normalen Variante war.
  • Oatmealstout: sehr cremige und moussierend. Während des Brauprozess werden Haferflocken hinzugegeben. Dadurch wird das stark moussierende Trinkgefühl realisiert, das im Geschmack mit einer Hafernote untermalt wird.
  • (Russian) Imperial Stout: ähnlich wie beim Imperial IPA der India Pale Ale Biere. Diese Variante hat einen hohen Alkoholanteil und zeichnet sich durch eine sehr malzige Konsistenz aus, die schon fast klebrig und ölig wirkt. Geläufig ist auch der Name der Russian Imperial Variante. Die Geschichte dahinter hat mit Katherina der Großen zu tun. Ihr wurde im 18. Jahrhundert aus England ein Stout nach Russland gesendet. Ähnlich wie bei anderen Biersorten wurde hier ebenfalls das Bier für die lange Reise von England nach Russland stärker gebraut. Das Russian Imperial Stout war entstanden.