CRAFTBEER

Was ist Craftbeer?

Craftbeer. Ein Begriff der sich in aller Munde befindet. Eine neue Art des Brauens? Das Aufleben von längst vergessenen Sorten? Oder doch nur ein Begriffsimport? Wir von rundumbier versuchen die Sache für euch zu durchleuchten.
 
Grundsätzlich und pauschal lässt sich sagen, dass man unter einem „Craftbeer“ all umfassend Biere und Biersorten versteht, die von kleinen & unabhängigen Bier-Manufakturen hergsestellt werden. Diese legen im Prozess der Bierherstellung besonderen Wert auf eine handwerkliche, -nicht maschinelle & traditionelle Art und Weise der Produktion des Bieres
 
Der Begriff „Craftbeer“ stammt aus dem Englischen. Im deutschen Sprachraum spricht man auch häufig auch von „Craftbier“ oder „Kraftbier“. Durch den Einsatz des Begriffs „Craft“ wird besonderes Augenmerk auf das „von Hand gemachte“ gerichtet und sich damit von industriellen Prozessen in der Bierproduktion distanziert. Man will eine qualitativ hochwertige Braukunst verfolgen, welche den Einsatz von qualitativ hochwertigen Materialien schätzt, um letztendlich ein qualitativ hochwertiges Bier herzustellen.
 
Definiert wurde der Begriff in den USA von der Brewers Association (https://www.brewersassociation.org/). Dabei geht es um folgende Charakteristika, die eine Craftbeer-Brauerei ausmachen:
 
  • klein: eine geringe Mengenleistung der Brauerei
  • unabhängig: mindestens 75% der Brauerei müssen im Besitz des Brauers sein. Die Bierindustrie darf keine erhebliche Rolle in der Eigentümerstruktur spielen
  • traditionell: traditionelle Zutaten und Verfahren. Ein manuell ausgeprägter Prozess der Bierproduktion.
In Deutschland jedoch gibt es keine klare und präzise Definition des Begriffs. Man wird also nicht durch ein einzelnes Bier Craft-Beer-Brauer, sondern durch die gesamte Philosophie der Braumanufaktur. Primär sollen Individualität und Kreativität im Mittelpunkt stehen. So kann man sagen, dass vor allem die deutschen Hausbrauereien den Craft Beer Brauereien ähneln. Da auch diese keine industrielle Produktion verfolgenden und geringe jährliche Produktionsmengen haben.

Craftbeer Sorten

Pale Ale

Das Pale Ale ist ein hopfenbetontes beziehungsweise ein obergäriges Bier. Die Ursprünge des Pale Ale liegen in England, was auch den Namen des Bieres erklären. Pale heißt auf Deutsch übersetzt so viel wie blass/bleich. Während des Brauprozess kommen hauptsächlich helle und nicht stark geröstete Male zum Einsatz. Die zusätzlich nicht so starke Hopfung des Bieres führen zu einem nicht so intensiven Geschmack und Färbung. Der Alkoholgehalt ist ebenfalls nicht sehr hoch. Dieser variiert zwischen 3,7% und 6,3%. Das Pale Ale ist zudem ein moderates und ausbalanciertes Bier – der Anteil von Hopfe und Malz hält sich auf dem gleichen Level. 
 
In folgenden Punkten unterscheidet sich das Pale Ale von dem Indian Pale Ale (IPA):
  • weniger stark gehopft als das India Pale ist das Pale Ale
  • das India Pale Ale hat eine höhere Stammwürze als das Pale Ale 
  • die Färbung ist heller als die des Indian Pale Ale

IPA - India Pale Ale

Das India Pale Ale, kurz IPA, ist ein hopfenbetontes und obergäriges Bier. Charakteristisch für das IPA sind die starken Hopfenbittere und die fruchtigen Aromen, die oft an Zitrusfrüchte, Maracuja und Papaya erinnern. Im Vergleich zum Pale Ale ist das Indian Pale Ale ein ziemlich intensives Bier mit einem relativ hohen Alkoholgehalt. Der Alkoholgehalt variiert zwischen 6 und 11%. 
 
Farblich positioniert sich das India Pale Ale zwischen Bernstein und Kupfer. Es hat ausgeprägte fruchtig Hopfenaromen, die sich in der olfaktorische und gustatorischen Wahrnehmung bemerkbar machen.
 

Stout

Das Stout ist ein obergäriges Bier mit einer tief-schwarzen Farbe. Es ist äußerst beliebtes Bier in der Craftbeer-Szene. Der Alkoholgehalt des Stout bewegt sich meist zwischen 8 und 12%. Das Stout hat während des Brauprozess einen extrem malzigen Fokus. Die dadurch enstehende Malsüße wird mit einer leichten Hopfenbittere ausgeglichen. Der Hopfen spielt folglich im Brauprozess des Stout eine untergeordnete Rolle.
 
Das Brauen eines Stouts ist äußerst komplex. So werden für das Brauen eines Stouts spezielle bzw. ungewöhnlich Zutaten hinzugezogen wie Schokolade, Kaffeebohnen, Chilli und Röstmalze. Verwand ist das Stout mit dem Porter. Das Porter kann als die Vorstufe des Stout gesehen werden. Geschichtlich gesehen wurde das Stout anfang des 19. Jahrhundert als Spinnoff des Porter ins Leben gerufen.
 
Während des Genusses eines Stouts bemerkt man eine gewissen Balance. So ist im Antrunk eine malzige Süße dominant, die im Nachtrunk durch eine spürbare Bittere abgerundet wird. Der Schau des Stouts hat eine feinporige Beschaffenheit und hinterlässt einen cremigen Eindruck.
 
Ein paar Fakts zum Stout:
  • Starkbier
  • hoher Alkoholgehalt (8-12%)
  • hohe Stammwürze
  • Balance im Geschmack
  • tiefschwarze Farbe

Gose

Das Gose ist auch unter dem name Gose Bier oder Goslar Bier bekannt. Es ist ein leicht salines und obergäriges Bier. Im Vergleich zu den anderen Bierstilen kommt während der Hauptgrärung des Gose eine offene Gärung zum Einsatz.
 
Alle Infos zum Gose auf einem Blick:
  • hat einen säuerlichen Geschmack aufgrund des Einsatzes von Milchsäurebakterien.
  • Der saline Geschmack des Gose kommt durch den Einsatz von Kochsalz während des Brauprozess.
  • besitzt ein Koriander-Arome. Während des Brauprozess wird Koriander mitverbraut.
  • Der Geschmack, wie auch die Optik des Gose erinnern an ein Weizen.
  • Der Alkoholgehalt des Gose ist niedrig und variiert zwischen 4-5%.
  • hat ein deutliche Rezenz. Das Bier hat also eine prickelnde Erscheinung. 
  • eher ein erfrischend und süffiges Bier. Es hat geringe Bittererwerte und einen trockenen Abtrunk. 

Porter

Stout Bier auf einem Bierdeckel stehend
Das Porter ist ein obergäriges Bier, dass eine dunkle, tiefschwarze Erscheinung hat. Der Alkoholgehalt variiert zwischen 4-6%. Das Porter hat sehr viele Parallelen zum Stout. So besitzt das Porter ebenfalls einen sehr malzigen Geschmack mit einem untergeordneten Hopfen, der jedoch für den Ausgleich zu dem dem sehr süß malzigen Geschmack eingesetzt wird. Das Porter hat ein äußerst komplexes Aroma- bzw. Geschmacksprofil. Während des Brauprozess kommen häufig Schokolade, Kaffee, wie auch Kaffeebohnen zum Einsatz. 
 
Wie auch das Stout, hat das Porter einen feinen porigen und cremigen Bierschaum, der durch den malzigen Brauprozess zustande kommt. Dieser Bierschaum kann gegebenenfalls einen öligen Eindruck nach dem Trinken hinterlassen. Der Antrunk des Porter ist recht malzig und süßlich, Der Nachtrunk hingegen ist ist recht trocken und hat einen ausgeprägten Röstgeschmack.
 
Hier nochmal ein paar Fakten über das Porter im Überblick:
  • dunkle, tiefschwarze Farbe
  • Alkoholgehalt variiert von 4-6%
  • schwache / moderate Rezenz
  • Antrunk ist malzig. Nachtrunk ist trocken
  • kann mit Milchsäurebakterien hergestellt werden

Bier vs. Craftbeer

Das normale Bier. Ein Pils. Ein Export. Gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot. Alles nur Romantik? Wo sind die Unterscheide zum Craftbeer zu ziehen? Und wo treffen sich die beiden auch vielleicht? Wir haben versucht die beiden Bier-Arten gegenüber zu stellen:
 
Wenn man an die Unterschiede zwischen normalem Bier und Craftbeer denkt, wird man früher oder später auf das deutsche Reinheitsgebot stoßen. Doch wie sieht es da mit Craftbeer aus? Ist das miteinander vereinbar? Die Frage lässt sich mit einem klaren Ja beantworten. Denn Craftbiere sind kein Resultat von einer Vermischung aromaintensiver Kräuter. Der Brauvorgang spiegelt Können wieder. Es geht oftmals nur um leichte Nuancen im Biergeschmack, die sich mit dem Reinheitsgebot verbinden lassen. 
 
Grundsätzlich lassen sich dennoch Unterschiede zwischen dem Craftbeer und dem normalen Bier erkennen. Im Vergleich zum Brauvorgang eines normalen Bieres, gibt es beim Craftbeer keine gestalterischen Grenzen. Es kann experimentiert werden, was das Zeug hält. So werden statt den klassischen günstigen Hopfenpellets bzw. Hopfenextrakten für die bittere Note bei Craftbieren auch Aromahopfen eingesetzt, um einen fruchtigen Unterton zu erzeugen. Ebenfalls ist bei dem Einsatz der Hefe experimentierfreudiger. So kommt bei der Craftbeer Herstellung oftmals auch Champagner Hefe, statt normaler Hefe, zum Einsatz.
 
In der industriellen Herstellung von normalem Bier kommen zudem Hilfsstoffe wie Polyvinylpolypyrrolidon (PVPP) zum Einsatz. Ein weißliches Pulver, welches bei der Bierherstellung zur Stabilisierung und gegen die Eintrübung klaren Bieres eingesetzt wird. Bei der Craftbeer-Herstellung findet man den Hilfsstoff nicht.
 
Wichtig ist zu wissen, dass nicht jedes „normales“ Bier industriell hergestellt wird. Vor allem in Deutschland gibt es sehr viele kleine Brauereien, die sehr viel Wert auf das Handwerk legen. Nichtsdestotrotz lassen sich zwischen Craftbeer und normalem Bier Unterschiede in den Produktionsmengen, der Kreativität des Brauprozesses und der Experimentierfreudigkeit festmachen.

 

Craftbeer Festivals

Ob nun Pale-Ale-Conneseur, Weizen-Junky, Staut-Befürworter oder Schwarzbier-Nerd. Craftbeer-Festivals bieten die Möglichkeit Gleichgesinnte zu treffen. Neue Trends zu verfolgen. Leckeres Craftbeer zu verkosten.
 

Craftbeer Kaufen

Du willst Craftbeer kaufen. Aber wo ich finde ich das magische Getränk? Grundsätzlich findet man in jeder größeren Stadt Getränkeläden, die in ihrem Sortiment diverse Craftbeer Spezialitäten führen. Es gibt sogar Getränkeläden, die sich ausschließlich auf das Angebot von Craftbeer spezialisierzt haben. Einfach mal Ausschau danach halten.

Falls kein Getränkeladen vorhanden ist oder der Nächste sich zu weit weg befindet, so gibt es noch immer die Möglichkeit auf Online-Shops zurückzugreifen. Als empfehlenswert empfinden wir vor allem den craftbeer-shop. Dort haben wir in der Vergangenheit gute Erfahrung gemacht.